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Prof. Dr. Emil Kautzsch

Textbibel

Das Alte Testament

Der Prophet Amos.

Kapitel 5.

Der Tod des Volks und seine Ursachen.

1 Hört diesen Spruch, den ich als Totenklage über euch anhebe, ihr Israeliten!

2 Gefallen ist, nicht kann wieder aufstehen die Jungfrau Israel!
Sie ist auf ihr Land niedergeworfen, keiner richtet sie auf!
3 Denn so spricht der Herr Jahwe:
Die Stadt, die tausend Krieger stellt, wird hundert übrig behalten,
und die, die hundert stellt, wird zehn übrig behalten
im Reiche Israel.
4 Denn so spricht Jahwe zum Reiche Israel:
Fragt nach mir, damit ihr am Leben bleibt!
5 Aber fragt nicht nach Bethel!
Gilgal sollt ihr nicht besuchen
und nach Beerseba nicht hinüberziehen!
Denn Gilgal muß in die Gefangenschaft wandern,
und Bethel soll zu nichte werden.
6 Fragt nach Jahwe, damit ihr am Leben bleibt!
Sonst wird er wie Feuer den Stamm Joseph überfallen
und ihn verzehren, ohne daß ein Löscher für Bethel ersteht, -
8 er, der das Siebengestirn und den Orion geschaffen hat,
der tiefe Nacht in Morgen wandelt
und den Tag zur Nacht verfinstert,
der die Wasser des Meers herbeirief
und über die Erdfläche hin sich ergießen ließ:
Jahwe ist sein Name!
9 Er läßt Verwüstung aufleuchten über Starke
und Verwüstung, die über Festungen kommt.
7 Sie, die das Recht in Wermut verkehren
und gerechte Sache zu Boden werfen,
10 sie hassen den, der im Thore für das Recht eintritt,
und verabscheuen den, der die Wahrheit redet.
11 Darum, weil ihr die Geringen niedertretet
und Geschenke an Korn von ihnen nehmt,
sollt ihr wohl Häuser aus Quadersteinen bauen,
aber nicht darin wohnen,
sollt ihr wohl köstliche Weinberge anlegen,
aber keinen Wein von ihnen trinken.
12 Denn ich weiß wohl:
zahlreich sind eure Schandthaten
und eurer Sünden gar viel!
Ihr bedrängt die Unschuldigen, nehmt Bestechung an
und beugt das Recht der Dürftigen im Thor.
13 Darum schweigt der Kluge in solcher Zeit, denn es ist eine böse Zeit.
14 Fragt nach dem Guten und nicht nach dem Bösen, damit ihr am Leben bleibt! Dann erst würde Jahwe, der Gott der Heerscharen, mit euch sein, wie ihr gesagt habt. 15 Haßt das Böse und liebt das Gute; richtet das Recht im Thor auf! Vielleicht wird sich dann Jahwe, der Gott der Heerscharen, des Restes Josephs erbarmen!
16 Darum spricht Jahwe, der Gott der Heerscharen, der Herr, also:
Auf allen Plätzen soll Wehklagen herrschen,
und in allen Straßen soll man rufen: o weh! o weh!
Die Bauern sollen die Klagekundigen zum Trauern und Wehklagen aufrufen,
17 und in allen Weinbergen soll Wehklagen herrschen,
wenn ich mitten durch euch dahinschreiten werde, spricht Jahwe.

Der Tag Jahwes bringt Unglück und zwar Verbannung.

18 Wehe denen, die sich den Tag Jahwes herbeiwünschen! Was soll euch doch der Tag Jahwes? Er ist ja Finsternis, nicht Licht! - 19 wie wenn jemand, der einem Löwen entflieht, von einem Bären gestellt wird und, wenn er endlich nach Hause gelangt ist und sich mit der Hand gegen die Wand lehnt, von einer Schlange gebissen wird.
20 Ja! Finsternis ist der Tag Jahwes und nicht Licht,
dunkel und glanzlos!
21 Ich hasse, ich verachte eure Feste
und mag nicht riechen eure Festversammlungen.
22 Wenn ihr mir Brandopfer und eure Gaben darbringt, so nehme ich's nicht gnädig auf,
und wenn ihr mir ein Heilsopfer von euren Mastkälbern herrichtet, so sehe ich nicht hin.
23 Hinweg von mir mit dem Geplärre deiner Lieder;
das Rauschen deiner Harfen mag ich nicht hören!
24 Möge vielmehr Recht sprudeln wie Wasser,
und Gerechtigkeit wie ein nimmer versiegender Bach!
25 Brachtet ihr mir etwa in der Steppe vierzig Jahre hindurch Schlachtopfer und Gaben dar, ihr Israeliten? 26 So sollt ihr denn nun den Sikkut, euren König, und den Stern eures Gottes, den Kewan, eure Bilder, die ihr euch gemacht habt, auf den Nacken nehmen, 27 und ich will euch bis über Damaskus hinaus in die Verbannung führen, spricht Jahwe - Gott der Heerscharen ist sein Name!